Vertrauen ermöglicht Freiheit

13. Juni 2019 | Gundula Schielicke

Wie im vorherigen Artikel besprochen und wie wir immer wieder erleben, haben wir mit dem Vertrauen nicht unerhebliche Probleme. Hindennoch gibt es Menschen, die es schaffen, dieses Vertrauen zu entwickeln und aus ihm heraus zu handeln. Was geschieht mit uns, wenn wir dazu gehören? Menschen kämpfen gegen uns oder ziehen sich von uns zurück.

Handeln im Vertrauen ist Handeln in Freiheit. Auch Freiheit löst in unfreien Menschen Stressreaktionen aus. Freies Handeln schlägt unfreie Menschen in die Flucht oder/und lässt sie ihre unfreie Welt verteidigen. Bei Menschen der letzten Art müssen wir nachhelfen, dass sie uns mit ihren Kämpfen in Ruhe lassen. Wir müssen ihnen klar sagen, dass wir nicht mitkämpfen. Andere gehen von allein. Dummerweise sind das auch die, die wir sehr gern in unserem Leben hätten. Es sind auch diejenigen, die wir sogar wirklich brauchen, damit wir zum Beispiel unsere Lebensaufgabe erfüllen können. Das ist besonders bitter. Aber nicht zu ändern. Je größer die Lebensaufgabe, desto größer muss unsere Freiheit im Handeln sein. Wenn wir unsere Lebensaufgabe kennen und uns in so einer Situation wiederfinden, müssen wir die Aufgaben des anderen mit übernehmen. Was uns gleichzeitig noch weiter wachsen lässt.

Wenn wir uns von all dem nicht entmutigen lassen. Denn so bekommen wir wieder bestätigt: du kannst den Menschen nicht vertrauen. Und wir rutschen aus unserem erarbeiteten Vertrauen wieder heraus – und sind so in unser altes Menschsein zurückgekehrt. Misstrauen bestimmt wieder unser Leben. Wir sind weiterhin in Kampf und Stress. Entwicklung ist so nicht möglich. Transformation ist so nicht möglich.

Entwicklung wird möglich, wenn wir uns nicht ins Alte zurückziehen lassen. Wenn wir erkennen, dass wir mit unserem Verhalten die anderen an ihre Grenzen führen. Wenn wir erkennen, dass unsere Freiheit die Unfreiheit der anderen an die Oberfläche bringt. Wir müssen uns ganz bewusst unser neu errungenes Vertrauen bewahren. Darum geht es auch im Transformationsprozess: um unsere weitere Bewusstwerdung. Wer noch nicht bewusst genug geworden ist und wieder in seinem alten Sein gelandet ist, darf diese Runde später noch einmal gehen.

Wir können so an den Reaktionen unserer Mitmenschen erkennen, wer von ihnen auch schon frei geworden ist und wer nicht. Das sind nicht viele. Wir sind erst am Beginn der Transformation der Menschheit. Wir lassen die unfreien Menschen hinter uns und verbinden uns mit den frei werdenden Menschen. Und arbeiten weiter an unserer eigenen Freiheit. Es gibt hier Abstufungen. Entwicklungsetappen. Deshalb erleben wir im Verlauf unserer Transformation auch mehrfach Phasen des Austauschs der Menschen, die mit uns gehen können. Je weiter wir kommen, desto weniger Menschen können sich mit uns verbinden. Das ist eine unschöne Entdeckung, weil wir als Menschen eigentlich die Verbindung brauchen. Aber es geht ja gerade darum, dass wir starke Menschen werden sollen. Wirklich starke Menschen. Aus uns selbst heraus. Aus unserer wirklichen Authentizität und Wahrhaftigkeit heraus.

So finden wir uns immer wieder in Situationen wieder, an denen wir immer weiter wachsen können. Wir entkommen mit unserer Entwicklung der eigenen Unfähigkeit zur wirklichen Verbindung mit anderen – und landen auf einer Ebene, auf der sich nun die anderen gar nicht mehr mit uns verbinden können. Und mit etlichen Menschen wollen und können wir uns dann auch nicht mehr verbinden. Wir lernen daraus: in unserem bisherigen Menschsein verbinden wir uns auf der Grundlage unserer Unfreiheit. Unser momentanes Zusammenleben basiert auf Unfreiheit. Daraus resultieren alle unsere Probleme.

Transformierte Menschen verbinden sich auf der Grundlage ihrer Freiheit. Vertrauen gibt Freiheit. Liebe ohne Angst gibt Freiheit. Wir müssen frei sein, wenn wir die Welt zum Besseren verändern wollen. Wir müssen uns die Freiheit geben, anders zu handeln als bisher. Nur so können wir andere, bessere, lebensfördernde Lebensverhältnisse für uns schaffen.

© 2019 Gundula Schielicke, Lehrerin und Coach für die Transformation von Herz und Verstand, Autorin

Ich unterstütze mit meiner Arbeit Menschen, die in ihre eigene Kraft kommen möchten, um so ein erfülltes Leben im inneren Gleichgewicht führen zu können und die bereit sind, dafür in sich selbst etwas zu verändern. Ich freue mich darauf, dir mit Beratung, Coaching und meinem Onlinekurs NEUSTART dabei zu helfen. Oder auch mit meinem Buch. Innerer Frieden ermöglicht äußeren Frieden.

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