Totsein ist auch ein Sein

03. November 2019 | Gundula Schielicke

Ich habe mich nicht nur mit dem Leben beschäftigt, sondern auch mit dem Tod. Ich habe nicht der Weisheit letzter Schluss, was den Tod anbelangt. Dennoch habe ich einige Einsichten. Diese habe ich im Laufe dieses Jahres von anderen Menschen, die dazu Informationen verbreiten, bestätigt bekommen. Leider habe ich mir deren Namen nicht gemerkt. Weil ich diese Bestätigung für meine Empfindungen bekommen habe, tue ich sie jetzt hier kund. Im November, einem Monat, den wir mit Trauer und dem Andenken an unsere Verstorbenen verbinden.

Ich mahne ja bereits einen anderen Umgang miteinander an. Im Leben. Für mich ist nun klar geworden, dass wir auch zu einem anderen Umgang mit Verstorbenen kommen sollten. Hier sind die Gründe dafür.

Heute landen unsere Verstorbenen im Kühlfach. Früher wurden sie drei Tage aufgebahrt. Das hatte einen Sinn. Die Seele braucht diese Zeit, um sich vom Körper zu lösen. Wir tun intuitiv das Richtige. Wenn unser ach so schlauer Verstand dazu kommt, wird es gefährlich. Der ist nämlich alles andere als schlau. Unser Verstand basiert auf unseren sehr engen und damit ziemlich kalten Gefühlen. Einen Verstand, der auf warmen, mitfühlenden Empfindungen basiert, haben die wenigsten Menschen.

Die Seele braucht diese Zeit, um sich vom Körper zu lösen. Auch wenn sie den Körper bereits verlassen hat, braucht sie Zeit, sich von ihm zu trennen. Schließlich war sie meist ziemlich lang aufs Engste mit ihm verbunden. Vor meinem inneren Auge sehe ich die Seele als Energiekugel. Diese sitzt auf der Höhe unseres Herzchakras, solange wir leben. Wenn wir sterben, verlässt sie den Körper. Bei einem überraschenden Tod habe ich sie sich kurz über dem Körper hin und her bewegen gesehen. Immer und immer wieder. Sie konnte es nicht fassen. Wenn der Körper nicht im Kühlfach gewesen wäre, hätte sie sich alles von etwas weiter oben ansehen können. Das hätte ihr den Überblick verschafft. So war es eine beklemmende Situation für sie.

Zudem wissen wir nicht, wann der Körper wirklich nichts mehr merkt. Ich spüre, dass sich die vermeintlich toten Körper dort im Kühlfach nicht wohlfühlen. Und nicht nur das. Bei Organentnahmen sollen Verstorbene um sich schlagen. Sie bekommen deshalb Schmerzmittel gespritzt und es gibt Ärzte, die sich weigern, Organentnahmen vorzunehmen. So schön wie es für die Organempfänger ist, aber was für ein Leid fügen wir den Verstorbenen zu? Wir wissen es nicht. Ja. Aber ich fühle da etwas. Andere offensichtlich auch.

Wir wissen nicht, wann der Körper wirklich tot ist. Wir ahnen immer mehr, dass unsere Seele nicht sterben kann. Unsere Seele besteht aus unserem Bewusstsein und unseren Gefühlen. Wir sollten anerkennen, dass Bewusstsein unabhängig von Materie existiert. Jemand meinte angesichts unzähliger Nahtoderfahrungen diesbezüglich: Welche Beweise brauchen wir denn noch? So kann man es auch sehen.

Wir quälen einander nicht nur, solange wir leben, sondern auch noch über den Tod hinaus. Die meisten Menschen sind einfach nur gefühllos. Wir sollten mit dem Tod, mit den Verstorbenen – wie mit allem – sanft umgehen. Dann machen wir wenigstens nichts falsch.

© 2019 Gundula Schielicke, Stressbewältigungscoach, Lehrerin für die Transformation von Herz und Verstand, Autorin

Ich unterstütze mit meiner Arbeit Menschen, die in ihre eigene Kraft kommen möchten, um so ein erfülltes Leben im inneren Gleichgewicht führen zu können und die bereit sind, dafür in sich selbst etwas zu verändern. Ich freue mich darauf, dir mit Beratung, Coaching und meinem Onlinekurs NEUSTART dabei zu helfen. Oder auch mit meinem Buch. Innerer Frieden ermöglicht äußeren Frieden. Liebevolle Gefühle ermöglichen Frieden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiere sie.